Viviane Gernaert findet die Inspiration für ihre Werke in Szenen zeitgenössischer Filme. Ihr Blick ist dabei auf Klassiker des Genres gerichtet: den Körper, die Blutlache, den Kampf zweier Menschen, Spiegelungen oder Identitätsverluste. Sie bündelt die Kraft der Bilder in ihren Skulpturen und spielt dabei mit der Ästhetisierung von Brutalität in der vermittelten Realität. Glänzende Blutflecken und 9 mm Geschosse als Zeichen der Gewalt verwirren den Betrachter durch die harmonische Darstellung.
Viviane Gernaerts weiße Figuren befinden sich in einem Moment der Schwebe, der ein Vorher oder Nachher nur erahnen lässt und den Betrachter durch die dynamisch anmutende Starre entwaffnet. Viviane Gernaert möchte die Bewegung und Aktion filmischer Bilder, die im nächsten Augenblick bereits durch andere ersetzt werden, in ihren Skulpturen fixieren und so eine vielschichtige Handlung zu einem einzigen Ausdruck verschmelzen.
Amores Perros I, 2010
Zellan, Lack
24 x 22 x 29 cm
Ed. 3 + 1 AP